Jordanien sitzt mitten in den umkämpften Gebieten und hat bereits Tausende von Geflüchteten aufgenommen
Jordanien sitzt mitten in den umkämpften Gebieten und hat bereits Tausende von Geflüchteten aufgenommen © Wikimedia Commons / Public Domain

Kultur & GesellschaftLeben & Liebe

Eine Lange Nacht über Jordanien

Awni Hanbali, ein jordanischer Fremdenführer, erklärt, dass die Zeiten in Jordanien stets unsicher gewesen seien. Schon in der Zeit vor den biblischen Geschichten war das Gebiet seines Heimatlandes eines der am stärksten umkämpften im Nahen Osten. Grund dafür war die strategische Lage im fruchtbaren Jordantal, welches als Durchgangsroute zwischen Asien und Afrika diente.

Die intensiven Handelsbeziehungen in allen Richtungen brachten Wohlstand und legten den Grundstein für eine blühende Kultur. Im Laufe der Jahrhunderte kämpften verschiedene Völker wie die Ammoniter, Nabatäer, Römer, Byzantiner, Araber, Kreuzfahrer und Osmanen um die Kontrolle. 1922 stellte der Völkerbund die weitreichenden Gebiete des Osmanischen Reiches unter britisches Mandat, welches bis 1946 andauerte. Die Briten schufen mehrere Staaten aus diesem Gebiet, und Jordanien liegt mittendrin. Geografisch grenzt es im Norden an Syrien und den Libanon, im Süden an Saudi-Arabien, im Westen an Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete sowie im Osten an den Irak.

Viele Jordanier sehen in dieser Aufteilung die Ursache für die wiederkehrenden blutigen Auseinandersetzungen in der Region, bei denen Jordanien stets Tausende von Geflüchteten aufnahm. Trotzdem bleiben die Menschen in Jordanien optimistisch. Der Reichtum des ressourcenarmen Landes liegt in dieser Zuversicht.

Eine Lange Nacht über Jordanien im Überblick

Sendezeit Sa, 19.10.2024 | 23:05 - 02:00 Uhr
Sendung Deutschlandfunk "Lange Nacht"
Radiosendung